In the eye of a tiger
- Katharina Muck
- vor 3 Tagen
- 4 Min. Lesezeit

Ich geb’s offen zu: Ich habe den Film Rocky nie gesehen - und offensichtlich auch keine Ahnung vom Boxen;-). Aber neulich habe ich in einem Podcast was spannendes über Rocky Balboa gehört. Nicht über den Kampf im Ring, sondern über seinen Fokus. Diese eine Frage, die er sich immer wieder stellt:
„Was ist jetzt konkret als Nächstes dran?“
Und genau diese Frage begleitet (und rettet) mich gerade durch meinen Alltag.
Wenn plötzlich alles gleichzeitig passiert
Im Moment ist bei mir richtig viel los.
In weniger als zwei Wochen endet meine Wanderführerausbildung. Parallel dazu hat letzte Woche meine Ausbildung zur Diplom-Trainerin für Positive Psychologie, Mindfulness und Resilienz begonnen. Und in einer Woche startet meine Breathwork-Ausbildung.
Dazwischen:
Yoga-Stunden
Coachings
Backoffice
Social Media für externe Partner.
Und ja – auch ein Leben außerhalb davon: Ein Mann. Zwei Bonuskinder. Gesundheitliche Themen. Und zumindest sowas wie Freizeit.
Wenn ich ehrlich bin: Das ist genau die Art von Phase, in der ich extrem aufpassen muss, mich nicht zu verlieren und mich immer wieder bewusst "runter zu fahren".
Warum unser Gehirn dabei schnell überfordert ist
Aus Sicht der Hirnforschung ist das kein Wunder.
Unser Gehirn – genauer gesagt der präfrontale Cortex – ist dafür zuständig, Prioritäten zu setzen, Entscheidungen zu treffen und den Überblick zu behalten. Aber: Er kann nur eine begrenzte Menge an Informationen gleichzeitig bewusst verarbeiten.
Studien zeigen: Multitasking ist ein Mythos. Was wir wirklich tun, ist schnelles Hin- und Herspringen zwischen Aufgaben – und das kostet enorm viel Energie.
Die Folge:
steigender Stress
sinkende Konzentration
mehr Fehler
weniger Zufriedenheit
Oder einfacher gesagt: Wir fühlen uns schneller überfordert, obwohl wir „nur funktionieren“.
Mein „Eye of the Tiger“-Moment
Also habe ich angefangen, mir genau diese Frage zu stellen:
Was ist jetzt wirklich dran?
Mit 100 % Fokus.
Und ganz klar: Im Moment ist das Wichtigste meine Wanderführerausbildung.
Also bekommt sie jeden Tag bewusst Raum. Mal Durch Wanderungen, mal lernen, mal Hausaufgaben, mal Orga - die ToDo's sind vielfältig...

Struktur statt Stress
Was mir gerade enorm hilft:
1. Eine klare Priorität - Ich entscheide jeden Tag bewusst: Was zahlt auf mein aktuelles Hauptziel ein?
2. Eine Not-To-Do-Liste Ja, wirklich. Nicht alles, was wichtig ist, ist auch jetzt wichtig.
Diese Liste nimmt Druck raus. Sie erlaubt mir, Dinge bewusst später zu machen – ohne schlechtes Gewissen.
3. Flow statt Zwang Ich arbeite nicht starr alles ab. Ich frage mich:
👉 Was fühlt sich heute für mich richtig an an?
Und genau da gehe ich rein. Wenn ich fit bin - ist es eine Wanderung, wenn ich körperlich erschöpft bin aber mental fit - lerne ich - wenn sich alles anstrengend anfühlt mache ich Orga Sachen...
Das „Wofür“ als innerer Antrieb
Ich erinnere mich immer wieder daran, warum ich das alles mache. Ich stelle es mir konkret vor und komme in die Vorfreude
✨ Yoga & Wandern verbinden
✨ Unternehmen mit Positiver Psychologie stärken
✨ Breathwork weitergeben
Dieses „Wofür“ ist mein Anker. und hilft mir, auch wenn's mal "zach" ist - die Freude nicht zu verlieren. Denn schließlich - und das ist ganz wichtig für mein inneres Gleichgewicht - habe ich mir das alles selbst ausgesucht!

Kleine Dinge, große Wirkung
Wo ich kann mache ich es mir so schön wie es geht. und ich versuche es mir bewusst leichter zu machen:
☀️ Arbeiten in der Sonne
🚶♀️ Wege verbinden (Wenn ich schon in einen anderen Ort zum Zahnarzt muss, kann ich dort auch direkt beim Baumarkt den Einkauf machen, der noch auf der ToDo Liste steht)
Und vor allem: Wenn Stress kommt → Tempo rausnehmen. Es bringt nichts zu hetzen. Wenn ich versuche Dinge schnell zu machen, muss ich meist nochmal hin greifen, und in Summe dauert es so länger... Wenn ich mir die Ruhe erlaube, habe ich sogar die Kapazität im Supermarkt die, mit nur 2 Produkten, vor zu lassen - freundlich zu bleiben. Und damit fühle ich mich deutlich besser.
Konkrete Tools für mehr Ruhe im Alltag
1. Gehmeditation – langsamer als langsam
Wenn alles schnell wird, geh bewusst extra langsam.
Spür jeden Schritt:
Wie setzt dein Fuß auf?
Wie verlagert sich dein Gewicht?
Wie hebt sich der andere Fuß?
Das wirkt fast „unnatürlich“ – genau deshalb funktioniert es. Du holst dein Nervensystem raus aus dem Autopiloten und zurück in den Moment.
Schon 2–3 Minuten können reichen, um dich spürbar zu regulieren.
2. Mini-Reset: Füße spüren & länger ausatmen
Eine einfache Übung für zwischendurch – überall machbar:
Stell beide Füße bewusst auf den Boden
Spür den Kontakt zur Erde
Atme ein …
Und dann länger aus als ein
Zum Beispiel: 4 Sekunden ein – 6 Sekunden aus
Warum das wirkt:
Längeres Ausatmen aktiviert den Parasympathikus – also den Teil deines Nervensystems, der für Ruhe und Regeneration zuständig ist.
In Kombination mit dem Spüren deiner Füße entsteht sofort mehr Stabilität.
Und ja: Meditation bleibt
Egal wie voll die Tage sind: Ich meditiere.
Ein Satz begleitet mich dabei:
„Meditiere 15 Minuten am Tag. Wenn du keine Zeit hast, dann meditiere 30.“
Zugeschrieben wird er oft Dalai Lama.

Und damit komme ich zurück zu „Eye of the Tiger“
Nicht kämpfen. Sondern fokussieren.
Nicht alles auf einmal. Nur den nächsten Schritt. Nicht noch mehr, noch schneller, noch effektiver, sondern weniger und langsamer. Ich atme tiefer. Ich bewege mich bewusster. Ich komme zurück. Und stelle mir dann wieder die Frage - was ist jetzt in diesem Moment wirklich dran.
















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